Als erstes SEO-Tool in unserer kleinen Testserie kommt SEOlytics auf den Prüfstand. Gleich beim Öffnen wird der Anwender von einer aufgeräumten Oberfläche begrüßt, auf der die Tool-Einheiten SEO, Backlinks, SEM und Linkbuilding viel Analysematerial für den Webmaster versprechen. Jede Einheit bietet noch einmal eine ganze Menge Unterkategorien von SERP Archiv bis Keywordverteilung. Ob die Software die geweckten Erwartungen erfüllen kann? Ein separates Dashboard sowie Monitoring sollten ein gebündeltes Arbeiten gewährleisten. Am besten, wir schauen uns gleich einmal die einzelnen SEO-Optionen an und tasten uns Schritt für Schritt heran.
SVR-Ranking
Mit dem SEOlytics Visibility Rank „SVR“ springt dabei als Erstes einer der Kernbestandteile der SEO-Software ins Auge. Hier lässt sich grafisch sehr schön aufbereitet sehen, wie eine Domain im Zeitverlauf von ein paar Wochen, Monaten oder noch länger grundsätzlich abschneidet. Geben wir eine beliebige Webadresse ein, lässt sich im Tabellendiagramm schnell ablesen, ob die Seitenperformance aus Sicht des Analyse-Tools einen Aufwärtstrend verzeichnet, Einbrüche hat oder auf gleichem Niveau stagniert. Zur Bedeutung des SVR, wie er sich zusammensetzt und was davon zu halten ist, später etwas mehr. Wir sind ja erst noch auf Erkundungstour durch einige Grundfunktionen.

Hier sieht man, wie die Seite Suchmaschinenoptimierung.de sich seit dem Start von SEOlytics 2009 im SVR entwickelt hat
Keyword-Check
Jetzt wäre es natürlich erst mal nett zu sehen, wie die Seite in den Search Engine Results Pages (SERPs) zu welchen Suchbegriffen rangiert. Wir rufen also als Nächstes im Reiter SEO die Keywords auf. SEOlytics zeigt uns hier die SERP-Verteilung, Keywords, Positionen sowie das jeweilige Suchvolumen an. Eine Aufschlüsselung nach dem Vorkommen in Universal Searches (Google News, Google Bilder usw.) ist auch gleich mit dabei. Schon nach zwei Klicks können wir uns zu unserer Wunschdomain ein ganz ordentliches Bild über die aktuelle SEO-Positionierung machen.

Die SERP-Verteilung der Domain im Balkendiagramm plus Tabellenübersicht
Grund-Einstellungen vornehmen
Bevor es richtig ans Eingemachte geht und die ernsthafte SEO-Analyse beginnt, zeigt sich beim Durchklicken durch die weiteren Optionen, dass SEOlytics einerseits sehr vielseitig ist und sich viele Tools intuitiv erschließen, andererseits ein wenig Anleitung aber auch nicht schaden kann. Unter Support kann sich der Einsteiger dazu ein Video-Tutorial ansehen. Der zusätzliche FAQ-Bereich ist schlüssig nach den verschiedenen SEO-Instrumenten unterteilt. Wer sich zuerst einige Basics anlesen will, kann sich hier schnell orientieren. Für das weitere Ausprobieren einzelner Tools sollten wir jetzt auch festlegen, für welche Domains die grundlegende SEO-Analyse stattfinden soll. In der SEOlytics ECO Version ist das für bis zu drei Domains möglich, Kunden können die Staffelung nach oben beliebig erweitern und skalieren. Unter Einstellungen nehmen wir die Domain-Festlegungen vor. Dort können wir später außerdem individuelle Keywords eingeben sowie spezifizierte Keywordkategorien definieren.
Die harten Software-Fakten für den SEO-Test
Wer sich mit den Grundfunktionen vertraut gemacht hat, dem bietet SEOlytics u.a. folgende Auswertungsoptionen:
Die Monitoring Funktionen
Für manchen sicher besonders interessant ist die Potenzialanalyse, die im Monitoringbereich zu finden ist. Hier lassen sich für vorhandene Keywords und Seiten Einzeldaten ermitteln, wo sich eine weitere Optimierung besonders lohnen könnte. SEOlytics gibt eine konkrete SEO-Empfehlung aus, die sich nach der zu erwartenden Besucherzahl und dem vorhandenen Wettbewerb bemisst. Allerdings sollte hier parallel eine Analysesoftware wie Google Analytics, Webtrekk, Omniture, Etracker oder Piwik genutzt werden.
Eine weitere Monitoring-Funktion ist die Kontrolle folgender Domaindetails:
Mit dem Social Media Monitoring lässt sich die Performance bei Delicious Bookmarks, Digg, Linkarena, Technorati Posts und Twitter Links verfolgen. Quer durch alle SEOlytics Tools kann man sich übrigens die jeweiligen Tabellen-Auswertungen als CSV- oder XLS-Export an die eigene E-Mail schicken lassen und grafische Diagramme als PNG-Datei abspeichern.

Google Backlinks in der Anzeige der Domaindetails
Die Keyword Positionen und aggregierte Postionen geben zudem Aufschluss über das Ranking der untersuchten Domain zu ausgewählten Keywords, wobei auch jeweils in der tabellarischen Übersicht angegeben wird, ob eine Verbesserung oder Verschlechterung stattgefunden hat.

Hier ein Bild der „aggregierten Positionen“, weil es so schön bunt ist
Bewertung
Schon auf den ersten Blick präsentiert SEOlytics dem Anwender eine breite Tool-Palette, die für den Einsteiger wie für den Profi viele Analyse-Optionen bietet. Gegenüber früheren Versionen sind hierbei mit den letzten Überarbeitungen noch weitere dazugekommen:
Der SEO-Einsteiger kann sich dabei zuerst an die einfacheren Instrumente halten und sich dann in die spezialisierteren Tools allmählich vorarbeiten. Man muss also noch kein SEO-Experte sein, um aus SEOlytics wirksamen Nutzen für seine Domains zu ziehen. Weniger interessant sind dabei aus unserer Sicht Listen wie die Top 1000 und die Gewinner/Verlierer Tabellen, die im SEO-Bereich geboten werden (vielleicht eher etwas Spielerei, bzw. um sich einen einen Gesamteindruck über die Internetlandschaft zu verschaffen).

Anzeige der Gewinner und Verlierer im Wochenvergleich
Besonders für die gezielte SEO-Optimierung ohne lange Eigenrecherche kann sich allerdings die Potenzialanalyse sehr nahelegen. Doch Vorsicht: Die SEO-Empfehlungen werden von SEOlytics jeweils für den Fall gegeben, dass voraussichtlich hoher Traffic bei einem niedrigen Wettbewerb zu erzielen sind. Es kommt hier darauf an, ob SEO-Optimierer tatsächlich diese oder evtl. andere Ziele verfolgen (z.B. qualifizierter Traffic von bestimmten Zielgruppen oder Verbesserungen in stark umkämpften Bereichen).
Auch für die generelle Orientierung am SEOlytics Visibility Ranking SVR sollten Anwender immer
genau beachten, wie sich dieser prinzipiell zusammensetzt. Denn der Index ist unter ganz bestimmten kommerziellen Gesichtspunkten angelegt: So geht der von der Software ermittelte CPC-Wert (Cost per Click) direkt in den SVR ein. Aufwärts- oder Abwärtstrends der Analysen beziehen sich also maßgeblich auf dieses Bewertungsmuster.
Positiv zu vermerken ist, dass sich häufig genutzte Auswertungen praktikabel über das Dashboard bereithalten und ansteuern lassen. Dass umfangreiche Filteroptionen nach Zeiträumen und einzelnen Datensätzen gegeben sind, sollte für eine Analyse-Software selbstverständlich sein. SEOlytics löst diese Aufgaben in vielen Fällen vorbildlich und spart dem Nutzer damit jede Menge Zeit.
Preis:
Preislich bewegt sich SEOlytics im gehobenen Segment. Ist die leider deutlich eingeschränkte ECO-Version mit 39 € noch ziemlich erschwinglich, liegt die Gold-Version mit rund 1.200 € doch schon in einem Segment, dass ich nur die größeren Agenturen leisten werden.
Fazit:
Für Einsteiger und Fortgeschrittene bietet SEOlytics ein effizientes SEO-Tool. Die Erwartungen, die man an eine kommerzielle Analyse-Software haben kann, werden gut erfüllt. Ob vom Preis und den konkreten Einzelfunktionen dieses oder ein anderes Tool in Frage kommt, muss jeder Anwender natürlich selbst abwägen. Es lohnt auf jeden Fall, sich vorab genau klarzumachen, wie insbesondere das SVR SEOlytics Visibility Ranking funktioniert, weil dieses die Basis für die zentralen Auswertungsfunktionen ist.
Meine Bewertung:
Bewertung
[xrr rating=3/5 label="Preis / Leistung:"]
[xrr rating=4/5 label="Bedienung:"]
[xrr rating=5/5 label="Stabilität:"]
[xrr rating=4/5 label="SEO-Nutzen:"]







